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Dämonenbefriedung
Tusche, Gesso-Halbkreidegrund und Ölfarbe auf Goldgrund (Schlagmetall) auf Holzplatte
19 x 19 cm (5 Arbeiten), 38 x 38 cm (1 Arbeit)
2024

Die Seligkeit, der Friede und die Gotteskinder.
Die Seligkeit hat sich mir in einer innerlich-bescheidenen Selbstdarstellung dieser Taten gezeigt.
Das Friedenstiften hat sich mir in dem Behüten, Umhüllen, Befrieden, Besänftigen und gar Erlösen von Dämonen gezeigt.
So habe ich für die Darstellung des Kampfes der Gotteskinder gegen die Unfriedlichen eine Engel- Dämonen-Symbolik gewählt, die sowohl auf inneres, wie äusseres Ringen verweisen kann.

Wenn einen das Friedenstiften selig macht, ist das, so denke ich, nicht verbunden mit einem großartigen Gerede wie herrlich man befrieden konnte etc., sondern das Seligwerden geht eher mit einer stillen innigen Befriedigung allein durch die Tat an sich einher – und so kam ich auf den Gedanken, vielleicht sind diese so nötigen Heldentaten auch gar nicht so einfach an prominenten Plätzen zu finden, da sie im Stillen geschehen? – Vielleicht muss man sich selbst sogar auf die Suche begeben, diese zu finden. Sind sie gefunden, sprechen sie davon, dass gerade jetzt und hier, wie immer und überall, wieder und wieder Dämonen gebannt werden, ja, auch der Friede ist auf dem Wege …

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Es gibt einige wenige frühe Georgs-Darstellungen, bei denen der heilige Georg den Drachen nicht tötet, sondern am Gängelbande gezähmt hinter sich her führt. Vielleicht reicht es nicht mehr, tötend zu besiegen, vielleicht müssen wir mutiger, unerschrockener und härter werden, um die Dämonen nicht nur töten, sondern sie zu erlösen, was zwar schwieriger, mühsamer und gefahrvoller ist, aber vielleicht kann sich dann dafür ein aus der Tiefe begründeter, tragender und dauerhafter Frieden ergeben?!

Aus dem Gedanken der zurückhaltenden Inniglichkeit heraus, fing ich an mit meinem kleinsten Format zu arbeiten. Sind die Bilder nicht zu klein für den Ort des Kirchraum, hatte ich mich nach dem Malprozess fragen müssen, denn es sind keine Arbeiten, die den Raum durch Sichtbarkeit beherrschend füllen. Aber sie können den Raum auch versteckt füllen: die Bilder zeugen, auch wenn sie sich nicht ausdrücklich in den Vordergrund drängen, sozusagen von einigen Plätzen im Kirchraum, an denen Dämonen bereits befriedet wurden.

Der Kirchraum stellt hier eher einen geschützten Versammlungsort her, indem man selbst sich auf den Weg machen kann, zum Beobachter der hier versammelten Friedenstaten zu werden.
Oder aber man geht seinen gewohnten Kirchenraum-Weg und stutzt, denn plötzlich wird man mit einer unerwarteten Dämonenbehütungs-Begegnung überrascht oder man erhielt von einem anderen Gemeindemitglied Kunde eines schwer zu findenden Ortes der Bezwingung durch Erlösung.

Da hier die meisten Menschen öfters herkommen, ist dieses langsame Finden in Ruhe auch gut möglich: die verbildlichten Orte der Erlösung von Dämonen müssen ja nicht gleich gesehen werden, sondern nach und nach; besonders Interessierte können ein Bildgeschehen auch immer wieder besuchen. In diesem Sinne handelt es sich um eine Rauminstallation, die innigliche, bescheidene, verborgene Orte der Erlösungssiege über den Unfrieden in dem Kirchen-Raum ausgebreitet aufzeigt.