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Brücke der Versöhnung
Bronze, Eiche-Altholz
8 x 110 x 5 cm, Höhe incl. Stele: 170 cm
2025

Ein verwitterter Eichenbalken eines Brückensteges schwebt waagrecht im Raum. Für die zwei weit außen stehenden Personen wird der Eichen-balken zur Brücke. Zwei Bronzefiguren stehen sich in großem Abstand gegenüber. Tiefe Einkerbungen im Rücken der beiden lassen spüren, dass grobe Verletzun-gen bis in die Tiefe des Körpers und der Seele reichen. Die große Distanz zeigt, dass hier ein tiefes Zerwürfnis, unversöhnliche Trennung besteht. Die Skulptur stellt die Frage, was die Bedingung der Möglichkeit für Versöhnung und Frieden zwischen zwei Menschen ist. Wie kann eine Brücke geschlagen werden? Wie ist wirklicher Frieden möglich?

Ein Mensch kann sich - theologisch gesehen - nur mit einem anderen versöhnen, wenn er mit sich selbst versöhnt ist. Dazu braucht es aber etwas, was größer ist als der Mensch, jemanden außerhalb seiner selbst, der ihn sieht und ihm die Vergebung seiner Schuld zuspricht. Die Gesamtform der Skulptur als großes Taukreuz deutet auf den christlichen Versöhnungsgedanken. Zudem ist dieses Größere in der Skulptur angedeutet durch einen dünnen Metallstab, der beide Figuren auf Brusthöhe durchdringt, den Abstand überbrückt und sie verbindet. Der Stab symbolisiert eine „Energiebrücke“, über die die Zu- oder Abneigungen hin- und herströmen. Mit dem gebogenen Stab als Chiffre für eine „Brücke der Versöhnung“ wird sichtbar, dass zwischen Menschen unsichtbare Energien fließen. Der verbindende Stab symbolisiert einen Weg, mit dem anderen in Kontakt zu treten und sich zu versöhnen. Wobei Versöhnung im einzelnen durchaus auch schmerzhaft sein kann, da beide Seiten auf ihre Selbstgerechtigkeit verzichten müssen. Angerührt von diesem Zeichen der Versöhnung wagen die Personen einen Schritt aufeinander zu. Die einladende Geste des einen motiviert den anderen, sich ebenfalls zu bewegen.